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Zu viele Game Clients? GOG Galaxy 2.0 schafft Abhilfe - unser Praxisbericht

16.08.2019 10:19
PC-Games
Bild: Zu viele Game Clients? GOG Galaxy 2.0 schafft Abhilfe - unser Praxisbericht Gamer werden von Publishern heutzutage zu etlichen Game-Clients genötigt, denn Kundenbindung ist bekanntlich alles. Das Resultat dieser Misere ist eine fragmentierte Spielesammlung und Freundesliste. GOG.com will dieses Problem mit dem eigenen Game?

Steam, Origin, Uplay - und nun mischt auch noch der Epic Games Store mit? Auch wenn Konkurrenz bekanntlich das Geschäft beleben soll, sind wir Nutzer der vielen Game Clients am Computer mittlerweile mehr als überdrüssig. Um es auf gut Deutsch auszudrücken: Es nervt gewaltig. Das Problem existiert schon länger, aber der Stein des Anstoßes wurde von Epic Games und der aggressiven und exklusiven Einkaufsstrategie des Publishers ins Rollen gebracht. Denn das Studio um Tim Sweeney erdreistet sich, nun auch noch als "Marketplace" mit eigenem Launcher und Storefront zu fungieren. Aber erst die Kampfansage an Steam, man werde mit Exklusivtiteln den Klassenprimus attackieren und im digitalen PC-Geschäft mitmischen, scheint das viel zitierte Fass bei Gamern langsam aber sicher zum Überlaufen gebracht zu haben.

Auf der anderen Seite muss man natürlich auch Publisher und Studios wie Epic Games verstehen, denn in Zeiten digitaler Distribution und Direktmarketing wollen diese nicht auf 30 Prozent ihrer Einnahmen verzichten oder sich gar von der Infrastruktur Dritter abhängig machen. Geht ein Publisher also den Schritt in die Exklusivität, indem Produkte und Services über einen eigenen Client angeboten werden, dann zahlt sich das in der Regel finanziell aus. Die Zeche zahlt dann am Ende der Nutzer: Anstatt sich eine einheitliche Bibliothek im Laufe der Jahre aufbauen zu können, muss alle Nase lang ein neuer Game Client installiert werden, über den das Spiel dann gestartet wird. Das fragmentiert nicht nur die eigene Spielesammlung, sondern verstreut Freunde über mehrere Launcher respektive Plattformen und kann auch teilweise recht groteske Züge annehmen. Beispielsweise, wenn man nur für ein Spiel eine ganze Software-Suite eines Publishers installieren muss - inklusive Telemetrie versteht sich - oder genötigt ist, nachzuschlagen, welches Spiel noch mal auf welchem Client läuft. Manche organisieren deshalb auch ihre Sammlung in einer Excel-Tabelle mit Verknüpfung auf den Desktop. Will keiner, aber wir wissen alle: Been there, done that.

Der polnische Publisher CD Projekt will das nun mit der eigenen Vertriebsplattform GOG.com und dem dort eingesetzten Game Client GOG Galaxy ändern: In der Versionsnummer 2 soll dieser alle Spiele unterschiedlicher Plattformen an einem Platz vereinen, mit Metadaten versehen und aufgeräumt - in Szene gesetzt - präsentieren können. GOG will sogar Emulatoren einbinden und hat bereits an Konsolenspieler gedacht. Wie schlägt sich der Ansatz der Polen bereits in der Beta und gibt es Alternativen dazu?

Im Konkreten will Galaxy 2.0 also als Game Hub fungieren, soll die Game Clients mehrerer Plattformen "überflüssig" machen und so die Spiele in Ihrer Sammlung zusammenfassen. Quasi eine zentrale Anlaufstelle, ohne gleichzeitig mehrere Clients offen haben zu müssen, um eine Übersicht zu bekommen. Die einzelnen Titel soll man dann aber nicht nur einfach hinzufügen können, wie man das beispielsweise bereits von Steam kennt, sondern es wird ein bunter Blumenstrauß an weiteren Features und spielbezogenen Funktionen im Gesamtpaket geben. Der versprochene Mehrwert wird Ihnen durch plattformübergreifende Spiel-Statistiken, Metadaten und eine Freundesliste geboten, die sich natürlich über die verschiedenen Plattformen erstreckt und Cross-Chat ermöglichen soll. Sie können in der Bibliothek dann alle zusammengefassten Titel über Galaxy 2.0 starten, die Aktivitäten der Freunde im Feed verfolgen oder Ihre Erfolge einsehen. Sie bekommen außerdem auch Zugriff auf Spiele, die nicht gerade installiert sind und haben dann die Möglichkeit, diese bequem per Knopfdruck zu installieren - bei Konsolenspielen geht das nicht. Möchte man zusätzlich die Funktionen anderer Plattformen nutzen, also beispielsweise automatische Updates oder Cloud-Speicher, müssen natürlich die entsprechenden Game-Clients mit installiert sein. Dass dabei enorme Datenmengen und -sätze über sehr viele Nutzer etlicher Plattformen anfallen, weiß auch CD Projekt. Die Polen stärken deshalb auch besonders den Datenschutz der Galaxy-2.0-Nutzer, sodass GOG keine Nutzerdaten an Dritte weitergibt oder gar den Rechner über Telemetriedaten ausspioniert. Trennen Sie Ihre Plattformen von Galaxy 2.0, werden automatisch alle hinterlegten Daten gelöscht - alles im Rahmen der DSGVO, versteht sich.

Nach der Installation sind natürlich erst einmal nur die in Ihrem GOG-Account hinterlegten Spiele vorhanden, weil im Moment ja noch keine anderen Game Clients verknüpft sind. Das müssen Sie schon selber über einen einfachen Klick auf "Connect" erledigen, ein Pop-Up und ein Loginfenster später, haben Sie eine weitere Plattform hinzugefügt - das war's. Offiziell gibt es bisher nur ein Plugin für Microsofts Xbox Live Service, da Xbox offizieller Partner ist und das Unternehmen sowie die Idee hinter GOG Galaxy 2.0 unterstützen. Andere Plattformen wie Steam, Uplay, Origin oder Sonys Playstation Network liegen im Moment noch als Community-Addons vor, die aber bereits in den Game Client eingefügt wurden. Auch hier gilt: Ein paar Klicks und einen Anmeldebildschirm später sind die Plattformen hinzugefügt. Bei nischigeren Launchern, wie beispielsweise Humble Bundle oder Twitch.tv, müssen Sie über Github zusätzliche Programmdateien herunterladen und in Eigenregie zu den Programmdateien hinzufügen. Auch wenn das im ersten Moment abschreckend klingen mag, Sie müssen in der Regel lediglich einen Ordner entpacken und verschieben - kein kompliziertes Prozedere oder Coding-Voodoo, ganz einfaches Copy&Paste. Jetzt werden Ihre Spiele entweder im Raster oder als Liste angezeigt, beides mit Schieberegler zum Verstellen der Größe. Ihre Sammlung können Sie dann nach Aktivität, Installation oder Name sortieren und nach Plattform oder Tag gruppieren. Wenn Sie mit den Metadaten nicht zufrieden sind oder ein anderes Cover Art wünschen, können Sie das nach Gutdünken ändern, Sie können aber auch Bookmarks für Spielereihen erstellen, in der Sie beispielsweise alle Ihre Battlefield- oder Call-of-Duty-Spiele unterbringen und so schneller Zugriff darauf haben. Dabei macht das Programm schon in der Beta eine äußerst gute Figur, soll heißen: GOG Galaxy 2.0 läuft stabil, fügt zuverlässig Videospiele aus den Plattformen hinzu und bietet dank der Metadaten auch schon in der Beta einen Mehrwert.

Dennoch oder eben gerade weil es sich um eine Beta handelt, weist Galaxy 2.0 momentan noch ein paar Funktionslücken auf - wovon man normalerweise in einer Testphase auch ausgehen sollte. Ein Feature, welches noch nicht vollständig den Weg in Galaxy 2.0 gefunden hat, ist die "plattform-übergreifende Freundesliste" - das eigentliche Verkaufsargument (oder in diesem Fall Installationsargument). Aber auch die Funktion, aktive Clients automatisch beim Beenden des Spiels zu schließen, ist noch nicht in der Beta inbegriffen. Im Moment bleibt deshalb Steam, Uplay oder ein X-beliebiger Game Client nach Schließen des Spiels weiterhin geöffnet, um dann in der Taskleiste zu verweilen. Kleine Fehler treten außerdem bei doppelten Spielen auf, also Spielen, die man auf mehreren Plattformen besitzt. Hier wird das gleiche Spiel jeweils als separater Eintrag angezeigt und Erfolge oder Meilensteine werden nicht kumulativ gewertet. Bei ganz wenigen Titeln scheint das Crawling nicht richtig funktioniert zu haben, da hier beispielsweise das Cover fehlt, sonst sind aber alle Informationen vorhanden. Außerdem konnten 3 von über 600 Spielen gar nicht identifiziert werden, wobei hier nicht abschließend geklärt werden kann, ob es sich dabei um wirkliche Spiele handelt oder ob es sich schlicht ein Bug ist.

Der eine oder andere geneigte Leser wird wahrscheinlich genau in diesem Moment aufbrausend den Zeigefinger heben und ermahnend sagen: Das ist alles ein alter Hut, denn das gibt es bereits! Da haben Sie, als geneigte Leser, natürlich vollkommen recht: Playnite, Game Room, Launchbox oder Spark Console - das sind alles Programme, die versuchen, Ihre zerstreute Spielesammlung wieder zu vereinen. Alle Game Hubs haben dabei Vor- und Nachteile und sind natürlich von Ihrem Gusto abhängig. Bei Spark Console und Game Room sieht es seit geraumer Zeit nämlich so aus, als würden diese beiden Projekte keine Pflege mehr erhalten. Das dagegen weiterhin gepflegte Programm Launchbox hat Freemium-Charakter, sodass Sie in der kostenlosen Version nicht den vollen Funktionsumfang genießen können. Dieser wird gegen eine kostenpflichtige Lizenz freigeschaltet und umfasst leider solche grundlegenden Fähigkeiten wie in etwa Gamepad-Support. Schlussendlich bleibt als wahre und bereits existierende Konkurrenz nur noch Playnite: Ein Game Hub, der wie GOG Galaxy 2.0 den vollen Funktionsumfang kostenlos bietet. Auch hier müssen Nutzer über Plugins andere Plattformen einbinden, um so die eigene Videospielsammlung vereinen zu können. Die Bibliotheken werden dabei genauso einfach wie bei GOGs Galaxy 2.0 über wenige Klicks, ein Popup- und ein Anmeldefenster später eingebunden und erlauben dann auch die Installation der eigenen Spiele über einen Button. Auch hier werden Titel mit Metadaten und Covern aus der Spieledatenbank igdb.com versehen. Wer seine alten Systeme einbinden will, kann dies über den umfangreichen Emulator-Support bewerkstelligen, bei dem nahezu für jedes Gaming-System eine Software-Lösung mit Download-Button vorhanden ist. GOG will das auch in Galaxy 2.0 implementieren, sodass man damit wahrscheinlich nach Release rechnen kann.

GOGs Galaxy 2.0 performt schon jetzt ausgezeichnet flüssig und stabil, sagt aber gleichzeitig der Fragmentierung, Exklusivität und den verschiedenen Gaming-Ökosystemen den Kampf an. Jetzt finden Sie alles auf einem Blick, benutzerfreundlich gestaltet und pedantisch mit Metadaten und Dergleichen versehen. Als Alternative bietet sich die freiverfügbare Software Playnite an, die schon jetzt vieles kann, was GOGs Galaxy 2.0 nach dem Reifungsprozess in der Beta auch können will. Es ist wirklich schön zu sehen, dass es sowas mittlerweile gibt und sich mit CD Projekt auch ein Publisher dieses Problems annimmt und versucht, eine Lösung zu präsentieren. Ob Sie sich für Playnite oder GOGs Galaxy 2.0 entscheiden, ist schlussendlich von Ihrem Gusto abhängig, im Moment ist Playnite das "fertigere" Programm, Galaxy 2.0 ist ja noch in der geschlossenen Beta.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, hier können Sie sich für die Galaxy 2.0 Beta anmelden und hier können Sie Playnite herunterladen.

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Quelle: https://www.pcgameshardware.de/Tools-Software-156186/Spec...


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