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Alles Einbildung? Schlaflosigkeit bei Vollmond

Bild: Alles Einbildung? Schlaflosigkeit bei Vollmond Der Mond setzt nicht nur Gezeiten in Bewegung, sondern auch Gemüter: Hat er oder hat er keinen Einfluss auf Mensch und Natur? Schläft man nun schlechter, wenn Vollmond ist? Kommen mehr Kinder auf die Welt und geschehen mehr Verbrechen?

Um die geheimnisvollen Kräfte des Mondes ranken sich viele Mythen. Als Motor der Gezeiten bewegt er das Wasser mächtiger Ozeane. Nur logisch, dass er auch unsere Biologie und unser Verhalten beeinflusst. Oder? Einer Umfrage zufolge sind 40 Prozent aller Deutschen "mondfühlig". Aber was ist wirklich dran an den populärsten Mondmythen?

Bei Vollmond schläft man schlechter

Bei Vollmond findet man keinen Schlaf - das ist wohl die landläufige Annahme, wenn es um den Einfluss des Mondes auf den Menschen geht. Eindeutige wissenschaftliche Belege dafür fehlen allerdings bisher. Die Schlaflosigkeit in Vollmondnächten bleibt nach vorläufigem Ergebnis eher subjektive Wahrnehmung als wissenschaftliche Erkenntnis.

Stört der Mond beim Schlafen?

Christian Cajochen von der Universität Basel ist im Juli 2013 in einer Studie im Schlaflabor dem möglichen Einfluss des Mondes auf den Schlaf nachgegangen. Bisher wurde vermutet, dass die schlechtere Schlafqualität auf das helle Mondlicht zurückzuführen ist, das nachts durch die Fenster und Gardinen schimmert. Dadurch wird die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin gestört. Doch gegen diesen Einfluss haben die Forscher Vorkehrungen getroffen. Die Tests fanden mit 33 Probanden in einem fensterlosen Schlaflabor statt. Die Teilnehmer wussten nicht, dass es bei der Studie um den Einfluss des Mondes ging, noch welche Mondphase regierte.

Schweizer Studie: Der Mond beeinflusst den Schlaf

Die Wissenschaftler erfassten die Hirnströme der Schlafenden und untersuchten den Melatonin-Spiegel. Das Ergebnis laut Studie: Vollmondphasen haben tatsächlich Auswirkungen auf den Schlaf. Die Versuchsteilnehmer brauchten fünf Minuten länger, um einzuschlafen, die Schlafdauer verkürzte sich insgesamt um 20 Minuten, der Melatoninspiegel war zur selben Zeit relativ niedrig und der Schlaf war weniger "gut", weil die Tiefschlafphasen um 30 Prozent verkürzt waren.

Aber: Studie hat deutliche Schwächen

Doch bewiesen ist damit nichts. Denn die Studie hat erhebliche Schwächen, das räumt auch Christian Cajochen ein. Vor allem, weil der Schlafforscher nicht ausschließen kann, dass der eine oder andere Proband vor dem Einschluss ins Labor nicht doch noch einen Blick auf den nahenden Vollmond geworfen hat.

Schlaflosigkeit? Selbsterfüllende Prophezeiung!

Es ist eher die "selbsterfüllende Prophezeiung", die der Soziologe Edgar Wunder für die Schlaflosigkeit bei Vollmond verantwortlich macht. Sein Hobby, die Astronomie, hat ihn zu seinem Forschungsschwerpunkt geführt: der Einfluss des Mondes auf den Menschen. Über 500 wissenschaftliche Studien hat er ausgewertet, ein halbes Dutzend selbst verfasst. Schlaflosigkeit bei Vollmond - das hat für ihn nichts mit Magie zu tun.

Mond hat keinen Einfluss auf den Schlaf

Andere Wissenschaftler, unter anderem vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, konnten das Ergebnis der Schweizer Studie auch nicht bestätigen. Sie hatten rückblickend Schlafdaten von mehr als 1.200 Teilnehmern aus mehr als 2.000 Nächten ausgewertet und keinen Zusammenhang mit dem Mondzyklus gefunden. Sie stießen allerdings auf Hinweise, dass vor allem bei Neuanalysen älterer Daten positive Studien veröffentlicht werden, während solche mit negativem Ergebnis in der Schublade verschwinden - eine mögliche Erklärung dafür, dass sich die Vermutung so hartnäckig hält.

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Quelle: https://www.br.de/nachrichten/wissen/alles-einbildung-sch...


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