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AMD Ryzen 3000: MSI rät von Übertaktung auf alten Mainboards ab, arbeitet an A320-Kompatibilität

10.07.2019 10:21
PC-Games
Bild: AMD Ryzen 3000: MSI rät von Übertaktung auf alten Mainboards ab, arbeitet an A320-Kompatibilität Mit welchen AM4-Mainboards ist Ryzen 3000 kompatibel? Für Zen 2 hat AMD die Grenzen des Sockel AM4 erneut erweitert und garantiert erstmals keine vollständige Abwärtskompatibilität mehr, lässt den Mainboard-Herstellern aber Freiräume für eigene?

Inhaltsverzeichnis

Ryzen-3000-Kompatibilität: Offizielles und InoffiziellesRyzen-3000-Kompatibilität: VRMs und Flash-GrößeRyzen-3000-Kompatibilität: MSIs Empfehlungen und Spezial-UEFIKommende Updates und neue 400er-Mainboards

Kompatibilität ist ein wichtiges Verkaufsargument der Ryzen-Plattform AM4. Während Intel für Sockelwechsel alle zwei Modellreihen respektive Jahre kritisiert wurde, kündigte AMD schon zum Launch der ersten Generation eine Beibehaltung der Sockel-AM4-Fassung über vier Modellreihen bis mindestens 2020 an. Heute, zwei Jahre und den ersten großen Generationssprung später, hat diese Aussage Bestand - die Kompatibilität hängt aber auch von den Mainboard-Herstellern ab.

Ryzen-3000-Kompatibilität: Offizielles und Inoffizielles

Die offizielle Kompatibilitätstabelle von AMD sieht beliebigen Betrieb aller 2000er- und 3000er-Prozessoren auf allen 400er- und 500er-Mainboards vor, sobald ein passendes UEFI-Update eingespielt wurde. Außerdem bleibt natürlich die volle Kompatibilität zwischen 1000er- und 2000er-Prozessoren und 300er- und 400er-Mainboards bestehen - nur die wenigen AM4-Bristol-Ridge-APUs auf Bulldozer-Basis werden nicht von allen Mainboards unterstützt. Die spannenden Punkte stehen aber in den Ecken: Mainboards der ersten Generation mit CPUs der neuesten und umgekehrt. Für Ryzen 3000 auf B350 und X370 überlässt AMD diese Entscheidung den Mainboard-Herstellern, auf Platinen mit dem (baugleichen) Billig-I/O-Hub A320 laufen die neuen CPUs offiziell aber gar nicht. Das Gleiche gilt laut Folie für 1000er-CPUs und die neue X570-Mainboard-Generation - soweit, so bekannt.

Bereits vor dem Ryzen-3000-Launch konnten wir letztere Aussage überprüfen - und widerlegen: Ryzen 1000 läuft problemlos auf X570-Platinen. Wiederholungen des Tests auf Mainboards anderer Hersteller führten zu dem gleichen, positiven Ergebnis. Das überrascht nicht sonderlich - Ryzen-1000- und -2000-CPUs sind technisch beinahe identisch. Mittlerweile haben wir auch von AMD eine offizielle Antwort: Die Kompatibilität zwischen alten Prozessoren und neuen Platinen ist genauso den Mainboard-Herstellern überlassen, wie die zwischen neuen Prozessoren und alten Mainboards - auch wenn es in den Folien anders kommuniziert wird. Dies umfasst übrigens auch den A320, wie angekündigte UEFI-Updates beispielsweise von Asrock und Biostar beweisen.

Ryzen-3000-Kompatibilität: VRMs und Flash-Größe

Während die Abwärtskompatibilität neuer Mainboards nur eine Frage des Support-Aufwandes ist, stehen der Aufwärts-Kompatibilität alter Platinen zwei technische Barrieren im Weg: Speicherplatz und Spannungswandler. Letztere sind beinahe selbsterklärend. Die AM4-Plattform startete mit einer offiziellen TDP von maximal 95 W, bereits in der Ryzen-2000-Generation stieg diese aber auf 105 W und real meldeten die CPU-internen Sensoren regelmäßig 120 W. Mit Ryzen 3000 geht AMD noch eine Stufe weiter. Zwar lautet die Spezifikation weiterhin "105 W", ähnlich wie bei Intel können nun aber auch optimierte AVX2-Anwendungen für weit höheren Energieumsatz sorgen. Wir haben mehrfach 150 Watt Package Power ohne manuelle Übertaktung beobachtet und der 16-Kerner Ryzen 9 3950X erscheint erst noch. Ein uneingeschränkt für alle Ryzen-3000-CPUs geeignetes Mainboard benötigt also leistungsfähigere Spannungswandler, als zum Erscheinen von X370 und B350 im Lastenheft standen. Für Luxus-Platinen mit aus damaliger Sicht übermäßiger respektive auf Extremübertakter ausgelegter Stromversorgung ist das kein Problem, alle anderen Modelle müssen aber erst auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden.

Weniger intuitiv ist die zweite Hürde, über die im Voraus bereits viel diskutiert wurde: Die neuen CPUs brauchen auch neue Microcodes zur Ansteuerung. Nun ist ein Microcode eigentlich nur einige Kilobyte pro Modell (AMD) respektive einige dutzend Kilobyte pro Generation (Intel) groß, zusammen mit passenden AGESA-Versionen und Ähnlichem belegen die Zen-2-spezifischen Instruktionen aber bereits 2,9 MiB. Dazu kommen 4,6 MiB für die älteren CPUs und Zen-APUs - und schon wird es eng in den 16-MiB-UEFI-Speicherchips vieler AM4-Mainboards.

Ryzen-3000-Kompatibilität: MSIs Empfehlungen und Spezial-UEFI

Die vollständigen Kompatibilitätspläne der Hersteller sind noch im Wandel (siehe unten), MSI kommunizierte gegenüber PCGH aber bereits offensiv die Planungen. Prinzipiell sind Updates für alle bisherigen Mainboards geplant, aber es gibt Einschränkungen bei der Nutzung. So rät MSI bis auf wenige Ausnahmen vom Ryzen-9-Einsatz auf Platinen der ersten Generation ab, die kleineren Sechs- und Achtkerner sollen dagegen problemlos laufen - solange man nicht übertaktet. In Mainboards der 400er-Generation lassen sich alle Ryzen-3000-CPUs betreiben, Übertaktung wird aber nur mit High-End-Unterbau empfohlen und Ryzen-9-Benutzer sollten auf gute Kühlung achten. Dieser kommt allgemein eine wichtige Bedeutung zu, denn elektrisch haben Spannungswandler meist großzügige Reserven. Ausgelegt für effizienten Betrieb bei den ursprünglich erwarteten CPU-Stromanforderungen steigt ihre Verlustleistung im fordernden Ryzen-3000-Einsatz aber überproportional an. Wer diese Wärme durch entsprechende Belüftung abführt, kann auch auf "kleineren" Mainboards stabil arbeiten - die Empfehlungen verstehen sich ausdrücklich als solche und werden nicht mit harten Sperren durchgesetzt. MSI wird offiziell aber keine Betriebsmodi garantieren, die zusätzliche Anforderungen an Gehäuse- und CPU-Kühlung des Nutzers stellen.

Eine aus Sicht erfahrener Anwender elegante Lösung wählt MSI bei der UEFI-Größe. Wurden vor dem Launch noch getrennte Firmware-Versionen für verschiedene Prozessoren erwartet, wirft MSI stattdessen allen anderen Ballast aus dem UEFI. Das bringt den Verzicht auf den Einsteiger-freundlichen "Easy"-Modus mit sich und auch das typische Übersicht-Menü mit Logo ist passé, stattdessen präsentiert sich "UEFI light" in drögem Schwarz-Weiß und altmodischer Menü-Struktur, aber allen Optionen und Features - mit (bislang?) einer Ausnahme: Betroffene B350- und X370-Mainboards verlieren aller Voraussicht nach die Möglichkeit, SATA-RAID-Verbünde zu nutzen.

Kommende Updates und neue 400er-Mainboards

Um letzteres Problem zu beheben und für all diejenigen Neukäufer, die keine romantische Erinnerungen an BIOS-Textwüsten hegen, arbeitet MSI parallel an einer Neuauflage bestehender Mainboards mit 32 MiB UEFI. Diese "Max"-Serie wird extra für preisbewusste Ryzen-3000-Neukäufer gefertigt und umfasst sogar ein A320-Modell, dessen Einsatz aber nur für 65-W-Modelle empfohlen wird. Technisch bringen die überarbeiteten Platinen sonst keine Neuheiten mit; dass MSI auch das 130 Euro teure X470 Gaming Pro in eine zweite Runde schickt, werten wir aber als eine klare Absage an günstige 500er-Mainboards in naher Zukunft.

Unübersichtlich ist derweil die Update-Situation für die bereits im Umlauf befindlichen Mainboards. Asrock, Asus und MSI pflegen Listen bereits versorgter Mainboards, Biostar hat bislang nur Pläne bekanntgegeben. Gigabyte konnte uns auf Nachfrage bislang nur eine Kompatibilitätsübersicht gemäß AMD-Vorgaben bereitstellen, aber keine Auflistung einzelner Modelle.

? Asrock-Übersicht: Ryzen-3000-Updates? Asus-Mitteilung: Ryzen-3000-Updates? Biostar-Übersicht: Ryzen-3000-Update-Ankündigung? MSI-Übersicht: Ryzen-3000-Light-Updates

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Quelle: https://www.pcgameshardware.de/Mainboard-Hardware-154107/...


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