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Chivalry 2 auf der E3: Schlachten wie in Game of Thrones

14.06.2019 10:43
PC-Games
Bild: Chivalry 2 auf der E3: Schlachten wie in Game of Thrones Nach Mordhau kommt Chivalry 2: Noch ein bisschen ambitionierter, mit mehr Belagerungsoptionen, der Extraportion Blut und Schlachten, die von Game of Thrones inspiriert sind. Chivalry 2 in der E3-Weltpremiere. Von Brandon Bui und Benjamin Kratsch

Es sind Szenen wie in Game of Thrones, wie in Battle of the Bastards: Das Feld vor uns ist nass, matschig, getränkt von Blut. Wir rennen auf den Feind zu, brennende Pfeile zischen über unsere Köpfe, Stahl trifft auf Stahl. Chivalry 2 fühlt sich wuchtig an. Noch bevor das Gemetzel losgeht, sterben die Kameraden wie die Fliegen, aufgespießt von Pfeilen, die unentwegt durch die Luft surren und von etwas weiter weg kommen. Von den Zinnen, den Burgmauern einer Festung. Die Jungs stürzen in den Schlamm, zig andere Soldaten trampeln über ihre Leiber.

Als es dann losgeht, ist das hier definitiv kein Kingdom Come: Deliverance, dieses Spiel will keine Simulation des Mittelalters sein. Ist aber gar nicht so weit weg vom Schwertkampf eines For Honor: Mit dem ersten Mausklick hebt man das Schwert, mit dem zweiten lässt man es auf seinen Gegner runterrasseln. Wer hoch zielt, der rasiert schnell mal ein paar Köpfe ab. Wie gesagt, wie Game of Thrones Dieses Spiel will keine Simulation des Mittelalters sein. eben: Das hier ist kein Kampf, es ist ein Gemetzel. Arme und Beine lassen sich abschlagen, die blutigen Körper landen dann irgendwo im Schlamm. Bisschen zu viel der Brutalität? Gerne mal in den Kommentaren debattieren.

Chivalry 2 findet in seinen ersten Szenen eine interessante Balance aus brutaler Härte und recht anspruchsvollem Schwertkampf. Angriffe mit dem Langschwert haben sehr viel Wucht - lassen Sie dem Feind Zeit, aus vollem Arm auszuholen, dann klirrt das Schild, und der Aufprall drängt Sie regelrecht zurück. Mal kann ein Duell Sekunden dauern, etwa wenn der Gegner seinen Schild falsch hält. Mal durchaus lange, wenn beide wissen, wie man einen Schlag pariert. Was auch gut gefällt: Obwohl sich der Titel eher als 64 Spieler-Multiplayer-Spaß versteht, legt er durchaus Wert auf eine gewisse Physik: Es dauert seinen Moment, mit dem Langschwert auszuholen - erkennt der andere diese Situation, kann er Ihnen schnell mal den Arm abhacken.

Das Parieren ist aber nicht so detailliert und kompliziert wie in Kingdom Come. Auch prescht die Kavallerie mit brutaler Gewalt heran - erinnert wohlig an Mount & Blade 2: Bannerlord, welches wohl noch ein bisschen braucht, auf der E3 leisten sich die türkischen Entwickler einen No-Show. Und ja, Taleworlds sind deutlich ambitionierter, gerade wenn wir über die nicht-militärische Rollenspiel-Komponente reden. Sie müssen aber Gas geben, die Konkurrenz schläft nicht. Insbesondere die Kavallerieattacken gehen durchaus Richtung Bannerlord. Schon heftig, wenn die Pferde durch die eigenen Reihen pflügen und mit ihren Speeren die Kameraden aufspießen, als wären sie Schaschlik.

Was Chivalry bisher auszeichnet, ist seine enorme Vielfalt an Gameplay-Elementen: Die beschriebenen Szenen beziehen sich nur auf den Angriff in den vorderen Linien, die eine Festung schützen. Sind diese überwunden, stoßen wir mit unserem Trupp anderer Spieler zu einer Armee durch, die bereits Belagerungsgerät an einem anderen Teil der Schlacht aufgestellt hat: Katapulte, Triboke, Belagerungstürme, Rammböcke. Diese führen zu recht umfangreichen taktischen Maßnahmen, die eine Koordination erfordern, die schon so dezent Richtung Battlefield 5 geht: Je mehr Spieler etwa den Belagerungsturm besetzen, desto schneller rollt er gen Feind. Zudem kann der uns mit seinen Katapulten beschießen, es sollten also ein paar Kollegen zur Bogenschützen- oder Armbrustklasse wechseln. Das Zusammenspiel muss funktionieren, denn wenn die Rampe runtergeht, müssen die Nahkämpfer die Fernkämpfer schützen. Chivalry 2 erscheint erst 2020. Bilden Ritter mit schwerer Rüstung und deutlich mehr Schutz als die Bogenschützen, die lediglich einen Leder-Harnisch tragen, eine geschlossene Linie, können die Fernkämpfer anstürmende Gegner effektiv beharken. Chivalry 2 erscheint erst 2020, welche Klassen es geben wird, steht noch nicht definitiv fest, aber als Basis will man wieder einen Schützen mit Bogen oder Armbrust, den Man-at-Arms, als leichte Infanterie, den Vanguard mit Piken und Stabwaffen sowie den Knight nutzen, der die beste Panzerung hat und als Einziger mit dem Langschwert arbeitet, aber auch auf Äxte oder den Morgenstern zurückgreifen kann - einer Wuchtwaffe, die aus langem dicken Holzstab besteht, der mit Stacheln gespickt ist.

"Ganz ehrlich: Wir haben diesen Battle of the Bastards gesehen, und alle im Studio dachten: Wir müssen Kavallerie einbauen. Das gibt der Schlacht eine ganz neue Dramatik, nicht nur im Duell Reiter gegen Reiter, sondern gerade wenn man mit seinem Pferd auf die Infanterie zureitet und ein paar Köpfe abschneidet", erzählt Steve Piggot, President von Torn Banner Studios. "Ich glaube, die Schlachten von Game of Thrones sind nah dran an der Brutalität und Grausamkeit, wie das im Mittelalter eben so war. Wenn Hunderte Männer aufeinander krachen, dann lassen sich kaum Linien halten - es ist einfach ein Gemetzel." Torn Banner Studios legen viel Wert auf die Inszenierung, genauso wichtig ist ihnen aber das Gameplay: "Wir überarbeiten alle Mechaniken, haben ein komplett neues Animationssystem, und das Ziel ist es, das Spiel besser lesbar zu machen. Wir vergleichen den Schwertkampf gerne mit dem Schwimmen: Beim Kraulen arbeitest du permanent mit den Armen, so auch in unserem Spiel. Du musst immer mit beiden Händen arbeiten, entweder um nur ein Langschwert zu führen oder Schwert und Schild auszubalancieren." Die neuen Mechaniken sollen vor allem auch Kämpfe gegen mehrere Gegner ermöglichen: "Alleine gegen drei Schergen und siegreich vom Platz zu ziehen, das ist die ultimative Heldenfantasie, die wir liefern wollen."

Der Vorgänger hatte nur 24 Spieler. Für die 64er-Variante hat sich das Studio vor allem entschieden, damit der neue Modus "Battle Story" mehr in die Breite geht. Ganz ähnlich wie die Grand Operations in Battlefield 5 teilen sich diese Schlachtfelder in mehrere Schauplätze ein: Die Schlacht beginnt mit einem Angriff auf ein Dorf, Feuer wird gelegt, die ersten Scharmützel werden zwischen den Flammen ausgetragen, ehe sich auf dem Feld vor der Festung zum ersten Mal die Armeen gegenüberstehen. Pfeile zischen durch die Luft, die Kavallerie versucht, der Infanterie in die Flanke zu fallen, menschliche Bollwerke krachen aufeinander. Schließlich verlagert sich der Kampf vor die Festung und in den Belagerungsmodus. "64 Spieler ist einfach epischer und ermöglicht es, die ganze Bandbreite an Gerätschaften zu nutzen", erklärt der Studiochef. Taktisch ambitioniertere Teams könnten feindliche Bogenschützen mit Katapulten in Deckung halten und mit Brandgeschossen für Chaos unter der Mannschaft sorgen, die die Verteidigung organisiert. 64 Spieler ist einfach epischer. Solange diese abgelenkt sind, rollen andere den Rammbock ans Tor. Und im Optimalfall erfolgt ein weiterer Angriff direkt auf die Zinnen über den Belagerungsturm, damit der Feind nicht seine ganze Kraft auf den Innenhof konzentrieren kann, wo unsere Truppen reinströmen, als das Holztor zerbarst, sondern aufteilen und splitten müssen. Einige größere Festungen sollen gar mehrere Torhäuser erhalten, deren Gatter sich hochfahren lässt, was einen Angriff von mehreren Seiten ermöglicht. Bei all dem Gemetzel und Taktiererei ist dem Studiochef aber eines besonders wichtig: "Wir wollen den Humor nicht verlieren, der die Serie ausmacht. Du kannst Armeen befehligen, über mehrere Fronten angreifen, all diese Belagerungstaktiken nutzen. Aber auch Shakespeare zitierend einfach mal jemanden das Schwert in den Kopf rammen. Und das gehört auch zu einem guten Chivalry dazu."

Eine schöne E3-Überraschung, schließlich lässt Mount & Blade: Bannerlord immer noch auf sich warten. Chivalry 2 stößt in die gleiche Kerbe wie Mordhau, fühlt sich auch so ähnlich an, liefert aber noch ein bisschen mehr Epik. Wer gewaltige Festungen mit Katapulten beschießt und Torhäuser mit Rammen beackert, während die Kollegen bereits via Belagerungsturm den Burgwall stürmen, der hat noch ein bisschen mehr das Gefühl, Filme wie Das Königreich der Himmel nachzuspielen. Besonders gut gefallen auch die "Battle Story"-Missionen, die im Battlefield-5-Stil aufgebaut sind und das Schlachtfeld in Zonen unterteilen. Grafisch wird zudem auch deutlich mehr als im spartanischen Mordhau geboten, gerade was feinere Animationen und Partikeleffekte angeht, etwa wenn brennende Geschosse durch die Nacht zischen. Spannend wird sein, ob der Nachfolger auch wieder Karten im Orient anbietet und damit visuelle Abwechslung liefert.

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Quelle: https://www.pcgameshardware.de/Chivalry-2-Spiel...


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