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Multiple Sklerose: Frauen trifft sie dreimal häufiger als Männer

Bild: Multiple Sklerose: Frauen trifft sie dreimal häufiger als Männer Rund 240.000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose. Und es werden immer mehr. Der Anstieg liegt vor allem an einer immer besseren Diagnostik und Therapie, weil die Patienten mit MS heute länger leben. Am 30. Mai 2019 ist Welt-MS-Tag.

Sie wird oft die "Krankheit mit den 1.000 Gesichtern" genannt, weil ihr Verlauf, die Beschwerden und auch der Therapieerfolg von Patient zu Patient so unterschiedlich sind. Multiple Sklerose - kurz MS - ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem die äußere, isolierende Schicht der Nervenfasern im Gehirn und im Rückenmark angreift. Entzündungsherde bilden sich an den unterschiedlichsten Stellen (daher "multiple" Sklerose von griechisch skleros für "hart", also die Verhärtung von Organen und Gewebe), Nervenfasern werden dadurch geschädigt und können die Botschaften nicht mehr korrekt weiterleiten. Es kommt zu körperlichen Störungen und neurologischen Ausfallserscheinungen.

Immer mehr Menschen leben mit Multipler Sklerose

Etwa 2,5 Millionen Menschen weltweit leben mit MS, davon ungefähr 700.000 in Europa und 240.000 in Deutschland, so die Angaben des Bundesverbands der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DSMG). Jedes Jahr kommen laut einer aktuellen Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland allein hierzulande knapp 9.000 MS-Kranke dazu.

Nach den Berechnungen des Instituts gab es 2015 bereits 30 Prozent mehr MS-Kranke als noch 2009. Und - wie die aktuellen Zahlen belegen - ist kein Ende des Trends in Sicht. Experten erklären diesen Anstieg mit einer besseren Diagnostik und immer wirksameren Therapien, wodurch Patienten mit Multipler Sklerose immer länger leben.

Motto des Welt-MS-Tages ist den betroffenen Frauen gewidmet

Besonders oft erkranken Frauen an MS. Im Durchschnitt trifft es sie dreimal häufiger als Männer. Woran das genau liegt, ist nicht ganz klar. Hormone könnten eine Ursache sein. Auf ihr Schicksal will der diesjährige Welt-MS-Tag mit dem Motto: "Keiner sieht's. Eine spürt's. MS - vieles ist unsichtbar" besonders aufmerksam machen.

Multiple Sklerose ist kein Muskelschwund

Multiple Sklerose ist kein Muskelschwund, wie die Abkürzung "MS" häufig fälschlicherweise interpretiert wird. Sie ist auch nicht zwangsläufig tödlich. Multiple Sklerose ist weder ansteckend noch eine psychische Erkrankung. Auch landen MS-Kranke nicht immer zwangsläufig im Rollstuhl.

Ursachen - Was verursacht Multiple Sklerose?

Wodurch Multiple Sklerose genau ausgelöst wird, ist noch unklar. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft müssen für die Entwicklung einer MS wohl mehrere Faktoren zusammenkommen. Eine Rolle spielen dabei:

die Gene: Multiple Sklerose wird zwar nicht "vererbt“, es gibt aber wohl eine Veranlagung für MS. Kommen weitere Faktoren hinzu, steigt die Wahrscheinlichkeit, an MS zu erkranken.Umweltfaktoren: Diskutiert werden ein Vitamin-D-Mangel, die individuelle Darmflora und eine Virusinfektion als Auslöser der Multiplen Sklerose. Auffallend ist, dass nahezu alle MS-Patienten irgendwann im Leben eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus durchgemacht haben. Auch Rauchen erhöht wohl das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken.

Erste Anzeichen und Symptome von Multipler Sklerose

Die ersten Symptome der Multiplen Sklerose treten in der Regel im frühen Erwachsenenalter zwischen 20 und 40 Jahren auf, manchmal aber auch schon früher. Typisch für den Anfang einer Multiplen Sklerose sind auftretende Sehstörungen und Gefühlsstörungen auf der Haut. Aber auch andere Symptome einer MS können gleich zu Beginn der Erkrankung auftreten, so zum Beispiel:

motorische Ausfallserscheinungen (zum Beispiel Unsicherheit beim Gehen und in der Feinmotorik, verwaschene Sprache oder Blasenfunktionsstörung)GleichgewichtsstörungenAufmerksamkeitsstörungen Erschöpftheit (sogenannte "Fatigue")sexuelle Funktionsstörungendepressive Verstimmungen

Verlaufsformen der Multiplen Sklerose

Je nach Verlauf der MS äußern sich die Beschwerden bei den Betroffenen unterschiedlich. Multiple Sklerose kann in folgenden Formen auftreten:

Die schubförmige Multiple Sklerose: Zu Beginn der Erkrankung überwiegt dieser Verlaufstyp mit mehr oder weniger regelmäßig auftretenden Schüben. Etwa 90 Prozent aller MS-Kranken leben in den ersten 10 bis 15 Jahren mit dieser Form der MS. Ein Schub, bei dem die Symptome auftreten, kann einige Tage oder sogar Wochen anhalten. Anfangs bilden sich die Einschränkungen in der Regel wieder vollständig zurück, später verbleiben die Beschwerden ganz oder teilweise.Beim sogenannten primär progredienten oder auch primär chronisch progredienten Verlauf schreitet die Erkrankung von Anfang an kontinuierlich ohne klare Schübe voran. An dieser Form leiden etwa zehn Prozent der MS-Kranken.40 bis 50 Prozent aller MS-Kranken, die zu Beginn an einer schubförmigen Multiplen Sklerose leiden, haben nach 10 bis 15 Jahren der Erkrankung einen sogenannten sekundär progredienten oder auch sekundär chronisch progredienten Verlauf. Nach 20 Jahren liegt ihr Anteil sogar bei 90 Prozent. Auch bei dieser Form verschlechtert sich der Zustand kontinuierlich, ohne erkennbare Schübe.

Diagnose der Multiplen Sklerose

Da die anfänglichen Symptome einer MS nicht immer klar einzuordnen sind, ist für eine gesicherte Diagnose eine eingehende Untersuchung notwendig. Dazu gehören insbesondere:

eine umfassende Anamnese, also eine detaillierte Erfassung der bisherigen Krankheitsgeschichteeine neurologische und körperliche Untersuchung - hier werden verschiedene Körperfunktionen überprüft und abgefragtein Test auf "evozierte Potenziale" - hier wird die Nervenleitfähigkeit- und Geschwindigkeit gemesseneine Lumbalpunktion (Nervenwassergewinnung) - sie liefert Hinweise auf entzündliche Veränderungeneine Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspinresonanz-Tomographie des Gehirns und des Rückenmarks)

Therapie der MS: Fortschreiten verhindern bzw. verzögern

Multiple Sklerose ist noch nicht heilbar. Aber dank immer besserer Therapien ist die Lebenserwartung von MS-Kranken im Vergleich zu gesunden Menschen heute kaum noch verkürzt. Die Behandlung von MS-Patienten hat verschiedene Ziele. Zum einen geht es darum, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten beziehungsweise zu verzögern.

Nutzen und Risiken von Immuntherapien

Wichtiger Bestandteil, um das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern, sind die antientzündlichen Therapien beziehungsweise Immuntherapien. Mithilfe von Medikamenten können hier die beteiligten Immun- und Entzündungsprozesse gehemmt werden. Das kann die Häufigkeit der Krankheitsschübe deutlich reduzieren. Mittlerweile sind dafür zahlreiche Präparate auf dem Markt. Besonders vielversprechend ist dabei der Wirkstoff Teriflunomid, der nach Erkenntnissen eines Forscherteams aus Münster fähig ist, die Aktivität besonders schädigender Zellen zu hemmen.

Trotz der vielen Erfolge der Immuntherapien rät Ralf Linker, Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Regensburg, in einem aktuellen Artikel, der in der Juni-Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der DSMG erscheinen wird, Nutzen und Risiken einer Immuntherapie immer abzuwägen. Gerade besonders wirksame Immuntherapien können Infekte, andere Autoimmunerkrankungen oder sogar Krebserkrankungen bei MS-Patienten auslösen, heißt es in dem Artikel.

Linderung der Symptome

Ein weiteres Ziel bei der Behandlung von MS-Patienten ist, die Symptome zu lindern, um eine möglichst hohe Lebensqualität - trotz Multipler Sklerose - zu erhalten. Neben Medikamenten können hier unter anderem folgende Behandlungen helfen:

PhysiotherapieErgotherapieLogopädiePsychotherapieneuropsychologische Therapie

Hilfe für MS-Patienten

Auf der Suche nach Therapien, Reha-Einrichtungen und neuen Forschungsergebnissen bieten unter anderem der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, die Landesverbände und das MS-Kompetenznetz Informationen für MS-Kranke und Interessierte.

Der Welt-MS-Tag

Am Welt-MS-Tag, der seit 2009 in der Regel am letzten Mittwoch im Mai begangen wird, initiieren weltweit MS-Vereine und Selbsthilfegruppen - in Deutschland allen voran die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) - Aktionsveranstaltungen rund um das Thema MS. Damit soll das öffentliche Bewusstsein für die chronische Erkrankung geschärft und die Menschen über Multiple Sklerose und ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben informiert werden.

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Quelle: https://www.br.de/nachrichten/wissen/multiple-s...


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