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Rage 2 im Test: Starker Shooter in belangloser Welt

16.05.2019 10:51
PC-Games
Bild: Rage 2 im Test: Starker Shooter in belangloser Welt Im Test erfüllt Rage 2 nahezu alle Erwartungen, im Guten wie im Schlechten: Entwickler Avalanche tischt herrlich derbe Ballereien auf, verfrachtet die brachiale Action aber in eine gähnend leere Open-World-Spielwiese voller eintöniger Nebenaktivitäten.?

Ein halb nackter Typ kommt über einen Zaun geklettert, neben einem fleckigen Schlüpper trägt er nicht mehr als eine riesige Maske auf dem Kopf. "Blut schlürfi schlürfi!" ruft er fröhlich und geht zum Angriff über. Unsere Shotgun blitzt kurz auf, einen Sekundenbruchteil später klebt der Typ in Teilen an der Wand. Wer er war und was er wollte? Keinen Schimmer. Die Szene war rein zufällig, belanglos. Und doch beschreibt sie ganz gut, was einen in Rage 2 erwartet: Völliger Irrsinn. Brutale Action. Wahnsinniges Tempo. Schräger Humor. Und vor allem: Beliebigkeit. Denn wen man da abschießt und warum, spielt irgendwann keine Rolle mehr - Hauptsache, es knallt!

Und das tut es: Rage 2 liefert im Test fantastisch spielbare Ego-Schießereien am laufenden Band, voller Explosionen und krachender Effekte, durch die man die Action fast wie im Rausch erlebt. Als arcadiger Ego-Shooter ist Rage 2 ein Volltreffer! Die Kehrseite der Action-Medaille: Die Entwickler von Avalanche, die zuletzt mit Just Cause 4, Generation Zero oder dem unterschätzten Mad Max in Erscheinung traten, inszenieren Rage 2 als riesige, seelenlose Open-World-Spielwiese, in der sich uninspirierte Nebenaufgaben aneinanderreihen.

HINWEIS: Unser Testvideo ist in Arbeit! Schon jetzt findet ihr aber vier andere Videos in diesem Artikel: Die ersten 12 Spielminuten, ein Unboxing der Collector's Edition, ein Sprachenvergleich-Video "Deutsch vs. Englisch" und ein Beitrag, in dem Tester Felix Schütz einige Fragen aus der Community beantwortet. Zusätzlich gibt's ein Technik-Video von unseren Kollegen von PC Games Hardware.

Inhaltsverzeichnis

Rage 2 im Test: Story - Grandiose Action - Open World - NebenaufgabenHeld oder Heldin - ihr habt die WahlTrashige Story: Gute Ansätze, trotzdem flachLahmer SammelkramFetzige ActionDie Waffenauswahl: klein, aber gewaltig!Superkräfte sorgen für ChaosDurchgedrehte GegnerFahrspaß mit HindernissenRage 2 im Test: Fahrzeuge - Upgrades - Technik - Bugs - WertungSchick, aber leblosUpgrades in Hülle und FüllePC-Version: Grafik mit Höhen und TiefenPC-Version: Bugs in Rage 2Konsolenversionen: PS4 und Xbox One im TestKein Multiplayer, aber neuer Content am HorizontWertung und FazitBildergalerie zu "Rage 2 im Test: Starker Shooter in belangloser Welt"

Held oder Heldin - ihr habt die Wahl

Zur Erinnerung: Das erste Rage wurde vor acht Jahren noch im Alleingang von id Software entwickelt. Beim Nachfolger sind die Doom-Veteranen dagegen in erster Linie beratend an Bord - damit ist Rage 2 durch und durch ein Avalanche-Spiel. Der Shooter setzt rund 30 Jahre nach ersten Rage ein und beginnt in eurer idyllischen Heimatbasis, die prompt von der Obrigkeit - einer bösartigen Militärfraktion - plattgemacht wird.

Inmitten des blutigen Chaos schlüpft ihr in die Haut von Walker, dem letzten noch lebenden Ranger im postapokalyptischen Ödland. Eure Mission: Die Obrigkeit zurückzuschlagen und ihren grausamen Anführer General Cross ein für alle mal besiegen. Zuerst legt ihr allerdings noch fest, ob euer Walker männlich oder weiblich sein soll. Das wirkt sich zwar nicht auf die Story aus, doch da Walker voll vertont ist, werten wir die Geschlechterwahl als klaren Bonus für die Atmosphäre - auch wenn sich Walker selbst leider als uncharismatischer Held von der Stange entpuppt.

Trashige Story: Gute Ansätze, trotzdem flach

Nach dem deftigen Tutorial entlässt euch Rage 2 in die offene Welt - und nun entscheidet ihr, wo's langgeht! Die Hauptquest spaltet sich nämlich in mehrere Teile auf, wann man welche Mission spielt, ist dem Spieler überlassen. Entscheidend ist nur, dass ihr euch mit drei Schlüsselcharakteren trefft, die man schon aus dem ersten Rage kennt: Loosum Hagar, Captain Marshal und Doktor Kvasir. Sie sind von zentraler Bedeutung, um General Cross zur Strecke zu bringen. Für jede Hauptfigur erledigt ihr deshalb mehrere Story-Missionen, wodurch die Charaktere im Level aufsteigen und schließlich die finale Schlacht gegen die Obrigkeit freischalten.

Die Hauptaufträge zählen zu den Höhepunkten des Spiels, vergeuden aber gleichzeitig tonnenweise Potenzial: Zwar gibt's ein paar kleine Überraschungen, Bosskämpfe und schrullige Nebenfiguren, doch besonders letztere kommen in dem seichten Plot viel zu kurz. Von abgefahrenen Charakteren wie dem egozentrischen Klegg Clayton oder der Blut trinkenden Desdemonya hätte es gerne mehr sein dürfen! Zumal die Figuren allesamt ordentlich vertont wurden, hier zeigt sich die deutsche Sprachausgabe von ihrer guten Seite. Ob einem allerdings auch die überzogenen deutschen Sprecher für Walker zusagen, bleibt eine Frage des Geschmacks. Immerhin: Auf Wunsch kann man auch die englische Sprachausgabe wählen. Eine Hörprobe gibt's im Video!

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Das gilt auch für den zutiefst trashigen Oberschurken Genreal Cross, er trägt seine Sprüche und Drohungen mit erstaunlicher Hingabe vor. Leider macht ihn das trotzdem nicht spannender, der Obrigkeitslümmel entpuppt sich als fades Abziehbild eines Bösewichts, der so schnell von der Bildfläche verschwindet, wie er gekommen ist. Weil er und die anderen Hauptfiguren aber mit ausschweifenden Cutscenes eingeführt werden, wecken sie Erwartungen an die Handlung, die sie nicht erfüllen kann - schon allein weil sie viel zu schnell vorbei ist: Wer nur die Hauptquest verfolgt, kann Rage 2 problemlos in 5 bis 10 Stunden durchspielen. Immerhin: Im Gegensatz zum Vorgänger nimmt sich die Story diesmal zu keinem Zeitpunkt ernst und bietet zumindest ein halbwegs solides Finale inklusive Bosskampf.

Lahmer Sammelkram

Trotz der mageren Hauptgeschichte haben wir für den Test rund 25 Stunden in Rage 2 verbracht, schließlich steht uns eine weitläufige Welt ohne jegliche Ladezeiten offen! Indem ihr einfach zu Fuß oder per Fahrzeug die Umgebung erkundet oder euch bei Informationshändlern schlau macht, könnt ihr zahlreiche kleine Orte auf der Map entdecken: In schöner Regelmäßigkeit haben die Leveldesigner da hübsche Banditenlager, Mutantennester und vieles mehr platziert. Dort könnt ihr grundsätzlich immer irgendwas suchen und einsacken, meistens sind es nur ein paar Versorgungskisten oder Datenpads. Das Sammeln ist anfangs noch ein ganz netter Zeitvertreib, nutzt sich nach einer Weile aber deutlich ab und man wünscht sich, dass Avalanche mehr Zeit und Mühe in die Nebenaktivitäten gesteckt hätte. Nur selten gibt es auch mal kreative Verstecke und kleinere Gags zu entdecken, doch in aller Regel läuft das ständige Kistensuchen nach dem gleichen Schema ab. Da hilft es auch nicht, dass viele der Banditenlager und unterirdischen Levels - meist sind es triste Kanalisationen und Tiefgaragen - kaum Abwechslung bieten. Oft hat man die Locations so schnell abgegrast, dass man sie nur Minuten später wieder vergessen hat. Kein gutes Zeichen.

Fetzige Action

Eure mit Abstand häufigste Aufgabe ist es aber ohnehin, einfach alles wegzupusten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Hier läuft das Spiel zu Hochform auf! Egal ob wir Gauner jagen, eklige Rieseneier zerschießen (wunderbar hektisch!), Minibosse plätten oder Wachtürme zerlegen: Mit seinem Spielgefühl irgendwo zwischen Doom und Bulletstorm hat Rage 2 zwar nicht mehr viel mit seinem Vorgänger gemein, macht aber trotzdem (oder gerade deshalb) Spaß. Avalanche inszeniert rasend schnelle, flüssige und wunderbar wuchtige Schießereien, in denen die Funken, Fetzen und gelegentlich auch mal Körperteile fliegen: Walker flitzt, springt und klettert im Affenzahn durch die Umgebung und mäht sich meist aus der Nähe durch die Gegnerreihen. Das Run-and-Gun-Prinzip verkörpert Rage 2 perfekt, denn besiegte Gegner hinterlassen oft Feltritzellen, die Walker ein wenig Heilung spendieren - also immer in Bewegung bleiben und ran an den Gegner!

Die Waffenauswahl: klein, aber gewaltig!

Walkers fast schon übermächtige Hauptwaffen sind ein flexibles Maschinengewehr und eine brutale Shotgun, mit denen man im Grunde das gesamte Spiel bestreiten kann. Munitionsknappheit ist ein Fremdwort, Nachschub findet sich in Rage 2 an jeder Ecke. Es gibt noch sechs weitere Knarren, die ihr aber nicht bei besiegten Gegner aufsammelt, sondern ausschließlich in sogenannten Archen findet. Diese Hightech-Bunker sind überall in der Spielwelt verborgen - es lohnt sich, sie so schnell wie möglich zu entdecken, denn nur so könnt ihr Walkers Waffenarsenal aufstocken! So findet ihr beispielsweise eine absurd mächtige Impulskanone, die praktisch alles binnen Sekunden zerbröselt. Unser absolutes Highlight ist aber der geniale Grav-Pfeil-Werfer: Zunächst feuert man einige Geschosse auf den Gegner ab. Dann markiert man einen beliebigen Punkt in der Spielwelt - und der Getroffene wird ruckartig dorthin gezogen. So könnt ihr Gegner in explosive Fässer donnern, in Abgründe befördern oder sie einfach brutal an Wände und Decken klatschen - großartig! Etwas schade: Die aus Doom bekannte BFG 9000 Superwaffe ist vorerst nur Käufern der Deluxe Edition und Collector's Edition vorbehalten. Man erhält sie gleich nach dem Tutorial. Allerdings ist die Munition für die Knarre dermaßen teuer, dass man sie lange Zeit ohnehin nicht sinnvoll nutzen kann. Das macht sie zum reinen Gimmick, das Gameplay bereichert sie damit nicht.

TIPP: Habt ihr die BFG bislang verpasst? Wir zeigen euch den Fundort in unserem Video-Guide!

Superkräfte sorgen für Chaos

Zusätzlich zu den wenigen Knarren findet Walker auch mehrere Nanotritfähigkeiten. Das sind im Grunde Superkräfte, die euch fast unbesiegbar machen. Mit "Zerschmettern" donnert ihr Gegner aus der Nähe weg, per "Dash" weicht ihr blitzschnell aus und die "Vortex"-Fähigkeit saugt Gegner an und lässt sie hilflos in der Luft schweben. Springt ihr von einer hohen Position herab, könnt ihr per "Slam" die Faust in den Boden rammen, um so eine ganze Gegnergruppe plattzumachen. Außerdem gibt's einen Overdrive-Modus, der euch heilt und euren Waffenschaden erhöht. Für alle Fähigkeiten gilt: Sie sind nützlich und bereichern die Kämpfe! Allerdings empfehlen wir euch, die Steuerung am PC eurem Geschmack anzupassen, damit ihr die Skills wirklich flüssig einsetzen könnt, denn Rage 2 belegt für einen Arcade-Shooter eine ganze Menge Tasten. Immerhin: Mit dem Gamepad spielt sich Rage 2 ebenfalls flüssig und präzise.

Bildergalerie (Ansicht vergrößern für Quellenangaben)

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Durchgedrehte Gegner

In Rage 2 bekommt ihr deutlich mehr Feinde vor die Flinte als im Vorgängerspiel. Beispielweise die Mutantensoldaten der Obrigkeit, die uns mit Hightech-Waffen ans Leder wollen. Noch cooler sind aber die Immortal Shrouded, eine Gruppe von Technik-Ninjas, die sich unsichtbar machen, Kugeln mit ihren Schwertern abwehren und Kampfdrohnen erzeugen können. Die agilen Standard-Mutanten aus dem ersten Rage sind ebenfalls wieder mit von der Partie. Den Großteil der Zeit bekämpft man aber die Goon Squad, eine Truppe durchgeknallter Ödland-Banditen, die sich gerne in Massen auf uns stürzen und uns Granaten mit Baseballschlägern vor die Füße schlagen. Die kann Walker übrigens lässig zurückkloppen, wenn man das entsprechende Talent gelernt hat - ein nettes Detail!

Jede Fraktion verfügt außerdem noch über dickere Gegnertypen: Die schwer bewaffneten Banditen und Riesenmutanten, die feuerspuckenden Mechs oder die hochgerüsteten Hightech-Soldaten der Obrigkeit sehen zwar allesamt toll aus und sorgen mit unterschiedlichen Angriffsmustern für Abwechslung und Dynamik, tauchen aber leider viel zu selten auf. Noch dazu stellen auch diese dicken Brocken keine richtige Bedrohung dar: Rage 2 ist auf normaler Stufe ausgesprochen einfach, selbst größere Brocken vertragen oft wenig mehr als zwei Raketentreffer und auch die Gegner-KI hat uns wenig entgegenzusetzen. Wer Walkers Waffen und Fähigkeiten also erst mal richtig beherrscht, dürfte sich vor allem am PC schnell unterfordert fühlen. Unser Tipp: Gleich auf der dritten Schwierigkeitsstufe "Hart" starten! Und sollte es euch doch zu knifflig werden, könnt ihr den Anspruch jederzeit wieder runterregeln.

Fahrspaß mit Hindernissen

Im Gegensatz zum ersten Rage ist der Nachfolger ein echtes Open-World-Spiel: Bis auf die Ränder der Map sind euch keinerlei Grenzen gesetzt, ihr könnt also gleich nach dem Tutorial ins Auto steigen und frei erkunden. Alternativ dürft ihr auch Motorräder, Monstertrucks, Panzer und sogar Kipplaster fahren, doch praktisch alle davon entpuppen sich als spielerisch nutzlose Gimmicks, denn tatsächlich braucht ihr nur zwei Fahrzeuge im Spiel: Den Ikarus, einen handlichen Mini-Helikopter, mit dem ihr besonders schnell ans Ziel kommt, sowie den Phönix, einen waffenstarrenden Geländewagen, der sich mit Upgrades und Knarren aufwerten lässt. Beide Vehikel sind sehr nützlich, lenken sich aber erstaunlich schwerfällig. Nach der coolen Magnum Opus-Karre aus Mad Max hatten wir von Rage 2 deutlich mehr Fahrspaß erwartet! Immerhin: Bis auf ein verpflichtendes Autorennen müsst ihr zu keinem Zeitpunkt zwingend hinters Lenkrad. Darum unser Tipp: Einfach den Helikopter verwenden und die Straßen meiden! Das verkürzt auch die vielen Fahrzeiten deutlich.

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Quelle: https://www.pcgames.de/Rage-2-Spiel-61685/Tests/Review-Op...


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