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Per Biohacking aus dem Burnout

Bild: Per Biohacking aus dem Burnout Mit Biohacking soll die optimale Leistungsfähigkeit des Körpers erzielt werden. Die Bewegung kommt aus dem Silicon Valley und findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Einer von ihnen ist der Münchner Matthias Dippl.

Matthias Dippl ist ein Biohacker aus München. Er kam in einer großen Lebenskrise auf Biohacking. "Vor sechs Jahren war ich körperlich völlig ausgemergelt", berichtet der 40-Jährige. Er habe keine Energie mehr gehabt und der Kopf sei völlig neblig gewesen. Die Diagnose: Burnout.

Als er sich immer intensiver mit seinem Körper beschäftigte, merkte er, dass er sich mit Hilfe einiger Tricks wieder besser fühlt. Damit steckte er schon mitten in der Biohacking-Bewegung. Er traf immer mehr Leute, die schon Erfahrungen damit hatten.

Eine neue Bewegung aus dem Silicon Valley

Fitnessstudio, Joggen, Radfahren: Fast jeder macht Sport, mehr oder weniger. "Biohacking" kommt jetzt als neue Bewegung aus dem Workaholic-Zentrum der USA, dem Silicon Valley, zu uns nach Deutschland. Ihr Motto: "Entfalte dein volles genetisches Potential."

Es geht darum, das bestmögliche aus seinem Körper herauszuholen, sowohl physisch als auch psychisch. Der Begriff kommt aus der Computersprache. So, wie man per "Hacking" in Computerprogramme eingreift, nehmen die Biohacker mit Hilfsmitteln Einfluss auf die Leistungsfähigkeit ihres Körpers. Dabei steht jedoch die Gesundheit immer im Vordergrund.

Mit der Atemmaske zu mehr Lungenvolumen

Matthias Dippl zieht zum Joggen eine spezielle Atemmaske an. "Das erschwert die Atmung und soll die Zwerchfellmuskulatur trainieren und das Lungenvolumen erweitern", erklärt er. Auf einem Feldweg macht er kurze, intensive Läufe. Starke Belastungen für den Körper, abwechselnd mit Ruhephasen. Es geht darum, den Körper an seine Grenzen zu bringen oder besser noch, die Grenzen zu erweitern.

Die Maske ist für den 40-jährigen Biohacker eines der Hilfsmittel, der "Biohacks", mit dem er seine Leistungsfähigkeit steigert.

Selbstvermessung als Prinzip

Am Handgelenk von Matthias Dippel befindet sich eine Fitnesstracking-Uhr. Sie zeichnet seine Bewegungen und seinen Herzschlag auf. Auch darum geht es im Biohacking: Möglichst viele Erkenntnisse über seinen Körper zu erlangen, ihn so gut wie möglich zu vermessen. Erfolge und Schwachstellen sollen ausfindig gemacht werden.

Das gilt auch für den Schlaf: Bevor Matthias Dippl ins Bett geht, schaltet er das WLAN ab, sorgt für absolute Dunkelheit und klebt sich ein spezielles Pflaster auf den Mund. Es hat zwar ein kleines Loch in der Mitte, aber es erschwert die Atmung durch den Mund. Damit will Matthias Dippel vermeiden, dass er schnarcht, indem er gezwungen ist, durch die Nase zu atmen. Er ist auch davon überzeugt, dass die gesündere Zwerchfellatmung damit trainiert wird und er auch mehr Sauerstoff aufnimmt.

Am Morgen liest er die Puls- und Bewegungsdaten aus seiner Uhr aus. Die Daten lassen sich auch Rückschlüsse auf den Schlaf ziehen. Er kann genau feststellen, wie lange seine Tiefschlafphasen waren, wann er wach war und wie lange seine REM-Phasen dauerten, die Schlafphasen, in denen man träumt.

Biohacking-Labor in der Maxvorstadt

Ein Biohacker weiß nie genug über seinen Körper. Er bildet sich ständig fort, sucht immer wieder nach neuen Möglichkeiten sich zu optimieren. In der Münchner Maxvorstadt befindet sich ein Biohacking-Labor. Hier lassen sich per Termin die neuesten Geräte aus den USA ausprobieren. Betreiber Andreas Breitfeld bringt Interessierte mit voller Leidenschaft auf den neuesten Stand. Auch Matthias Dippl ist hier Stammgast.

Erst kürzlich kam ein neues Gerät ins Labor: An einem Kompressor hängen groß anmutende, aufblasbare Kompressionsstrümpfe. Was auf dem ersten Moment etwas skurril anmutet, hat einen durchaus nachvollziehbaren Zweck. Die Strümpfe sollen nach dem Sport die Regeneration beschleunigen, die Blutgefäße dabei unterstützen entzündliche Stoffe schneller abzutransportieren.

Viele der Geräte werden in den USA auch im Profisport eingesetzt. Auch in Deutschland werde im Profisport Biohacking betrieben: "Wenn die Spieler des FC Bayern nach dem Spiel in das Eisbad steigen, ist das auch eine Form des Biohackings", so Labor-Betreiber Breitfeld. Auch die ständige Leistungsvermessung gehöre dazu.

Mediziner raten zur Vorsicht

Für Christian Guth, Arzt im Uniklinikum Lübeck, macht allerdings nicht alles aus der Biohacking-Bewegung Sinn:

"Das ist auch selbst im Hochleistungssport nicht alles wirklich gut belegt. Es gibt da dieses Beispiel Cristiano Ronaldo, der so eine Eiskammer zuhause hat, in die er dann zur Regeneration steigt – da ist auch viel Autosuggestion dabei. Es gibt im Grunde wenig medizinische Daten, die da eindeutig gesundheitsfördernde Effekte belegen." Christian Guth, Uniklinikum Lübeck

Wer Methoden wie das Biohacking ausprobieren will, sollte zunächst mit seinem Arzt über Sinn und Unsinn des Ganzen reden, rät der Mediziner. Guth warnt zudem vor Selbstdiagnosen und vor dem sorglosen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln wie zum Beispiel hoch angereicherten Vitaminen. Und er warnt vor einer Gefahr, die in vielen Hilfen zur Selbstoptimierung steckt:

"Ich sehe auch die Gefahr, dass man sich einfach durch zuviel Selbstkontrolle Stress verursacht, indem man einfach seine Selbstvergessenheit aufgibt – und damit eine ganz wichtige Voraussetzung, sich tatsächlich gesund zu fühlen." Christian Guth, Uniklinikum Lübeck

Wer auch Biohacker werden will, sollte sich vorher also auf alle Fälle sehr gut informieren, behutsam anfangen und gemeinsam mit einem Arzt besprechen, was gut für ihn ist.

Raus aus der Lebenskrise

Matthias Dippl hat den Burnout hinter sich gelassen. Biohacking habe ihm sehr dabei geholfen, erzählt er. Letztes Jahr ist er Vater geworden. "Das motiviert mich umso mehr, auf meine Gesundheit zu achten und fit zu bleiben," so Dippl.

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Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/per-biohacking-aus-d...


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