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Vampire: Redemption - Was taugt der Bloodlines-Vorgänger heute?

15.04.2019 10:59
PC-Games
Bild: Vampire: Redemption - Was taugt der Bloodlines-Vorgänger heute? Mit der Ankündigung von Bloodlines 2 kam auch Redemption wieder ins Gespräch. Doch wie gut hat sich das erste große PC-Rollenspiel mit World of Darkness-Lizenz gehalten? Redakteur Felix Schütz hat den 19 Jahre alten RPG-Knochen nochmal durchgespielt -?

Dermaßen breit habe ich schon lange nicht mehr über eine Ankündigung gegrinst: Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 kommt! Die Vorfreude gönne ich mir, schließlich ist der Vorgänger für mich immer noch das spannendste und beste Vampir-Rollenspiel. Wer auf düstere Atmosphäre, tolle Dialoge und knifflige Entscheidungen steht, sollte den Klassiker unbedingt nachholen!

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Inhaltsverzeichnis Gefixt: Widescreen und Helligkeit Ein Spiel, zwei Zeitalter Lasche Kämpfe Nicht ohne mein Handbuch! Multiplayer und Mods Das Ende der Entwickler

Ach, könnte ich doch das Gleiche über seinen indirekten Vorgänger sagen: Vampire : The Masquerade - Redemption. Das Rollenspiel stammt zwar von einem völlig anderen Entwicklerteam, basiert aber wie Bloodlines auf der World of Darkness-Lizenz - und ist heute weitestgehend in der Versenkung verschwunden. Dabei wurde es bis zu seinem Release im Juni 2000 noch als der nächste große Genrewurf gehandelt: Ich erinnere mich an begeisterte Previews in Fachmagazinen, an vorfreudige Pausengespräche auf dem Schulhof, an den Releasetag - und an die Enttäuschung, als das Spiel meine Erwartungen nicht erfüllen konnte. Trotzdem habe ich Redemption bei der ersten Gelegenheit durchgespielt, die Videothek um die Ecke (damals so etwas wie meine zweite Heimat) machte es möglich.

Das alles ist jetzt 19 Jahre her. Hat sich mein Blickwinkel seitdem geändert? War ich damals zu streng mit dem Spiel? Hat Redemption eine zweite Chance verdient? Ich wollte es herausfinden - und spielte es einfach nochmal durch.

Wo gibt's das Spiel zu kaufen? Vampire: The Masquerade - Redemption für 5,99 Euro auf SteamVampire: The Masquerade - Redemption für 5,29 Euro auf GOG

Gefixt: Widescreen und Helligkeit

Dass Redemption bei Release eine regelrechte Grafikbombe war, kann ich heute nur noch erahnen. Der Reißzahn der Zeit hat vor allem an den Texturen und Charaktermodellen genagt: Was meine Grafikkarte damals um Gnade winseln ließ, wirkt heute verwaschen, grau und klobig. Ein Glück, dass mir die Optik bei Retro-Titeln ziemlich egal ist! Darum habe ich auf Grafik-Mods wie diese hier verzichtet und stattdessen zwei andere Anpassungen vorgenommen.

Hinweis: Installation auf eigene Gefahr!

Mit dem Tool dgVoodoo 2 umgehe ich die kaputte Helligkeitseinstellung, andernfalls fällt das Spiel nämlich viel zu dunkel aus, spätestens im ersten Dungeon wird's dadurch nahezu unspielbar. Außerdem installiere ich einen Widescreen Fix (zu finden aufhttps://e-mods.net),der Interface und Grafik vernünftig auf 16:9-Bildschirmen darstellt. Einen Bug bekomme ich allerdings nicht gefixt: In Dialogen ist der Bildausschnitt zu nahe an den Charakteren, ihre Köpfe sind darum oft nicht zu sehen. Nervig? Ja! Aber damit kann ich bei einem so alten Spiel durchaus leben, wenn es ansonsten ordentlich läuft. Und das tut es zu meiner eigenen Überraschung - ich habe in meiner gesamten Spielzeit nicht einen Absturz!

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Ein Spiel, zwei Zeitalter

Kenner von Bloodlines müssen sich umstellen, denn Redemption wird nicht aus der Ego-Sicht gespielt! Stattdessen gibt's ein klassisches Party-Rollenspiel mit drehbarer Kamera, in dem ich eine vierköpfige Truppe kontrolliere, per Mausklick Befehle erteile und Gegner im Diab­lo-Stil umkloppe. Auch das Setting ist äußerst vielversprechend: Im Jahr 1141 lerne ich meinen Helden, den bibelfesten Glaubenskrieger Christof, kennen. Nachdem er in einer Schlacht verwundet wird, findet er sich im Kloster von Prag wieder, wo die sanfte Nonne Anezka für seine Genesung sorgt. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf, doch das Glück ist nicht von Dauer: Christof wird des nachts von einer Vampirin in einen untoten Blutsauger verwandelt und muss sich seinem Schicksal fügen. Als neugeborenes Mitglied der Vampirgesellschaft beginnt er sich mühsam in der Rangordnung hochzuarbeiten - und kann dabei nicht verhindern, dass Anezka von einer dunklen Macht entführt wird. Um sie zu retten, reist Christof nach Wien und heuert auf dem Weg drei Begleiter an: den Brujah-Vampir Wilhem, die anmutige Serena und den gewaltigen Gangrel Erik.

Besonders cool: Nach etwa der Hälfte der Spielzeit macht Redemption einen Zeitsprung ins Jahr 1999! Hier stehen London und New York auf dem Reiseplan. Schwert und Lanze tausche ich gegen Flammenwerfer und Maschinengewehr und auch Christofs Team wird mit frischen Charakteren gefüllt. Ein cleverer Twist, der Redemption deutlich von der Konkurrenz abhebt!

Ein Spiel, zwei Epochen Mein Team im Jahr 1104 Mein Team im Jahr 1999 Full-HD Vergleich

Leider schneidet die Story auf dem Papier besser ab als in der Umsetzung. Die Dialoge sind oft hölzern und anstrengend, viele Figuren triefen regelrecht vor Mittelalterklischees: "I shall protect thee from these monsters!" - "Be gone!" - "Nay!" So geht das oft minutenlang. Entscheidungen lassen sich an einer Hand abzählen, ihre Effekte merke ich außerdem erst ganz zum Schluss, der Rest des Spiels verläuft komplett linear und auf Nebenquests wird komplett verzichtet. Ganz schön mager für ein Rollenspiel!

Lasche Kämpfe

Stattdessen setzen die Entwickler Nihilistic Software auf ausgedehnte, stockfinstere Dungeons und massenhaft Echtzeitkämpfe, die aber schnell eintönig werden, da sich die Gegnertypen oft wiederholen. Es scheint, als hätte sich Nihilistic damals von Diab­lo 2 inspirieren lassen, ohne allerdings auch nur entfernt an die Klasse des damaligen Hack&Slay-Königs heranzureichen: In den Gefechten halte ich meistens einfach die linke Maustaste gedrückt und sehe zu, wie Christof per Auto-Attacke die Gegner verdrischt, während seine drei Begleiter selbstständig agieren. Das ist oft mehr Fluch als Segen, da die Wegfindung und KI regelmäßig dafür sorgen, dass meine Truppe sich in der Umgebung verhakt oder viel zu spät auf Gegner reagiert. Umso nerviger, dass ein Teammitglied in eine Art Wutrausch verfällt, sobald es zu viele Treffer kassiert! Das soll den Kämpfen vermutlich mehr Taktik einhauchen, stört in der Praxis aber einfach nur. Und von der abenteuerlichen Kamera, die zu nah an der ausgewählten Figur klebt, die in den engen Levels oft die Sicht auf das Geschehen versperrt und der er praktisch nie gelingt, mir meine gesamte Party auf einen Blick zu zeigen, will ich gar nicht erst anfangen.

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Immerhin sorgen zumindest die vielen Vampirzauber für etwas Tiefgang: Christofs Team lernt beispielsweise, Gegner zu kontrollieren, Geister zu beschwören oder Feuerbälle zu schleudern. Allerdings lassen sich die meisten Talente kaum sinnvoll nutzen, da sie nicht mit Mana, sondern mit Blut bezahlt werden - und das ist knapp bemessen. Deshalb sorge ich von Hand dafür, dass mein Team sich öfter mal einen Gegner schnappt und aussaugt, anstatt ihn totzukloppen. Das ist zwar umständlich, aber auch wichtig, denn andernfalls reichen die Blutvorräte hinten und vorne nicht. Umso praktischer, dass mein Team auch untereinander Blut tauschen kann! Ist Wilhem beispielsweise schon ein wenig blass um die Nase, darf er sich einfach bei Christof ein Schlückchen genehmigen. Clever!

Nicht ohne mein Handbuch!

Kleiner Tipp für Neueinsteiger: Die chaotischen Kämpfe lassen sich auch pausieren. Und zwar per Pause-Taste, die ich bis bislang vermutlich noch nie benutzt hatte. Das Spiel selbst verrät übrigens so gut wie nix davon, praktische Infos wie Tooltipps oder Ingame-Hilfen sind nämlich Mangelware. Selbst das Identifizieren von magischen Items muss ich mir zusammenreimen. Darum lohnt sich ein Blick ins Handbuch! So lerne ich auch, was es mit den neun Charakterattributen auf sich hat, die ich mit gesammelter Erfahrung steigere: Welche Effekte sich hinter Werten wie Wahrnehmung, Charisma oder Verstand verbergen, kann ich nämlich nur raten. Kurioses Detail: Wenn ich Manipulation hoch genug skille, kann ich Waren beim Händler günstig einkaufen und direkt zum höheren Preis zurückverkaufen - da steckt also ein hübscher Cheat mitten im Spieldesign, der Geld auf einen Schlag wertlos macht!

Multiplayer und Mods

Obwohl Redemption bei Release nicht die erhofften Top-Wertungen abräumte, hatte es doch ein Ass im Ärmel: Multiplayer! Der ist heutzutage zwar kaum noch vernünftig nutzbar, doch damals war das Feature ein echtes Kaufargument: Passend zur Pen&Paper-Vorlage verbirgt sich hinter dem Mehrspielerpart nämlich eine Art Storyteller-Modus, in dem einer die Rolle des Spielleiters übernimmt. In dieser Funktion kann man das Spielgeschehen während einer laufenden Partie beeinflussen und beispielsweise Monster, Items und Figuren erschaffen oder verschieben.

Übrigens: Wer im Gegensatz zu mir keine Lust auf das originale Spiel­erlebnis hat, kann auch zur umfangreichen Mod Age of Redemption greifen. Die fügt dem Spiel zig Verbesserungen hinzu, darunter auch Multiplayer-Funktionalität für die Singleplayer-Kampagne sowie inhaltliche Anpassungen, die das komplette Spiel kräftig umkrempeln!

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Das Ende der Entwickler

Für Nihilistic Software war Redemption ein beachtlicher Erfolg, brachte aber nicht den erhofften Durchbruch. Das kleine, erst 1998 gegründete Team kämpfte sich danach zwar noch lange Zeit mit B-Titeln durch, doch 2012 war endgültig Schluss: Nihilistic musste seine Pforten schließen. Dabei hatte sich das Studio zwischenzeitlich sogar einen richtig dicken Fisch geangelt: Kein Geringerer als Blizzard hatte Nihilistic zunächst mit der Entwicklung von Starcraft: Ghost betraut! 2004 wurde das Projekt jedoch an ein anderes Team übergeben und zwei Jahre später komplett eingestampft. Ein herber Rückschlag für die Entwickler, doch immerhin einer ging aus der Sache siegreich hervor: Ray Gresko, Mitgründer von Nihilistic und damaliger Game Director von Vampire: Redemption. Als Chief Development Officer bekleidet er heute einen der wichtigsten Posten bei Blizzard!

Ob Gresko jemals seinen Einfluss nutzen wird, um eine Remaster-Version von Redemption anzuleiern? Falls ja, würde ich dankend ablehnen, denn ein Grafik-Update würde mir nicht reichen. Dafür ist das Spiel in zu vielen Bereichen einfach zu schlecht gealtert, manches hätte selbst vor 19 Jahren deutlich besser sein können. Eine echte Fortsetzung dagegen hätte Potenzial, ganz egal wie großartig Bloodlines nun sein mag und wie sehr ich mich auf den Nachfolger freue. Man stelle sich nur mal vor: Dragon Age trifft Vampire - da wäre ich doch sofort an Bord!

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Habt ihr Vampire: The Masquerade - Redemption gespielt? Berichtet uns von euren Erinnerungen!

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Quelle: http://www.pcgames.de/Vampire-Die-Maskerade-Red...


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